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That’s HYPE

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Das HYPE & FRIENDS als DAS MUSIK-FESTIVAL

Lehren, Lernen, Professionalisieren und Forschen mit HYPE&FRIENDS

HYPE&FRIENDS ist ein Agency-Festival für Young Professionals in Music. Es eröffnet ihnen seit 2021 Perspektiven bei ihrer Arbeit an ihren Karrieren vor, hinter und neben der Bühne, beteiligt sie in neuen Lehr-, Lern-, Praxis- und Forschungsformaten an der Mitgestaltung der Zukunft von Musik und würdigt mit den HYPE&FRIENDS Awards im Rahmen einer BigBand-Gala Beiträge, die Young Professionals unterstützt haben.

Auf dem HYPE&FRIENDS arbeiten Young Professionals mit Akteur*innen in Agency Art Labs und Agency Show Cases auf dem Stand der Forschung zu für sie und die Zukunft der Musik zentralen Herausforderungen. Sie lernen, wie Musik Zukunft gemacht wird – mit Gästen als Freund*innen, deren persönliches Engagement die Agency Art Labs, die Show Cases und die BigBand-Award-Gala einzigartig machen.

Kapitel 1 rekonstruiert, wie das HYPE&FRIENDS Agency-Festival aus Überlegungen darüber, wie Jazz/Rock/Pop-Studierende sich im Rahmen ihres Studiums berufliche Perspektiven eröffnen können, entwickelt wurde. Kapitel 2 erklärt die Kontexte des HYPE&FRIENDS mit Bezug zur Geschichte von Festivals und zu Studiengängen als Strukturen für Zukunft; Kapitel 3 erklärt Ziele und Aktivitäten des HYPE&FRIENDS als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovationen sowie die Strategien, mit denen sie verfolgt werden. Kapitel 4 stellt für 2023 geplante Aktivitäten für Agency Art Labs, Agency Show Cases und die BigBand-Award-Gala im Kontext konkretisierter Ziele vor, bevor Kapitel 5 kurz auf das HYPE&FRIENDS 2024 blickt.

1. HYPE&FRIENDS als Antwort auf die Frage „Was eröffnet ‚Young Professionals in Music‘ nachhaltig berufliche Perspektiven?“

D as HYPE&FRIENDS war zuerst eine Antwort auf die Frage, wie Studierenden aus Jazz/Rock/Pop (JRP) im Studium nachhaltig berufliche Orientierung eröffnet werden kann. Entwickelt wurde es im Kontext von Überlegungen zur Re-Akkreditierung von Studiengängen am JRP-Institut. Zu diesen waren dessen Sprecher Jun.-Prof. Dr. phil. Raphael Thöne, Dr. Antonia Gohr, ehemalige Leiterin der Abteilung Akademische Angelegenheiten der HMTMH, und ich, Carsten Winter, als Studiendekan der SK III, zu der die JRP-Studiengänge gehören, vom Präsidium aufgefordert worden. Dass wir am 17. Juni 2021 das (Covid-19 bedingt eher private) erste HYPE&FRIENDS als Lehr-, Lern- und Professionalisierungsinnovation ausgerichtet haben, war nicht absehbar, aber folgerichtig. Daher wird der Weg zum HYPE&FRIENDS über Covid-19 Erkenntnisse hier kurz rekonstruiert.

Erste Überlegungen zur Entwicklung beruflicher Perspektiven in den JRP-Programmen richteten sich – da künstlerische Inhalte der Programme unstrittig exzellent sind, wie frühere Akkreditierungen belegten – auf individualisierbare Module, die z.B. am JRP-Institut oder am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) sehr erfolgreich eingeführt wurden. Sie erlauben es Studierenden, beruflich relevante Qualifikationen über individuelle Aktivitäten zu von ihnen angestrebten Berufsfeldern zu erwerben. Wie, so fragten wir uns, könnten JRP-Studierende beruflich relevante Institutionen, Akteur*innen sowie auch aktuelle Herausforderungen im Rahmen ihres Studiums besser kennenlernen? Erst dachten wir an Möglichkeiten im Raum digitaler (Daten‑) Ströme: Er ist der Raum, in den immer mehr Musik bezogene Aktivitäten verlagert werden und in dem künstlerisch Studierende aktiv sind, wenn sie mit für sie alltäglichen digitalen Netzwerk-Medien wie Instagram-, Facebook-, TikTok-Accounts, den zugehörigen Analytics, medialer Kreativität und mit Freunden die Abstände zu Fans und Unterstützer*innen verringern. Deshalb, und auch, weil extracurriculare Kurse wie Social Media Marketing for Artists immer überbucht waren, wollten wir hier anknüpfen und die künstlerische Lehre in JRP-Programmen dort ergänzen und im besten Fall sichtbarer machen.

Dann brach Covid-19 aus.

Für individuelle Professionalisierungsbestrebungen von Young Professionals gab es auf einmal fast nur noch Räume digitaler (Daten‑) Ströme. Es gab keine Chancen mehr, live zu spielen oder sich auf der Bühne und hinter ihr in Räumen der Orte zu vernetzen und beruflich relevante Leute face-to-face zu treffen und kennenzulernen. Räume der Orte der Musik waren auf einmal passé. Im Musikleben und -lernen im Raum der digitalen (Daten‑) Ströme wurde viel Neues ausprobiert, was vorher sicherlich so nicht probiert worden wäre. Das war auf jeden Fall ein Gewinn. Das gilt auch für die Lehre. Aber Vieles war nicht mehr möglich.

Wir entdeckten präziser als es sonst möglich gewesen wäre, was im People Business Musik im für Young Professionals unstrittig relevanten Raum digitaler (Daten-) Ströme nicht gut oder überhaupt nicht funktioniert, aber für die Entwicklung ihrer professionellen Karriere unerlässlich ist.

Von Tag zu Tag lernten wir besser, dass Young Professionals in Music Art und Music Business nicht nur Live-Musik-Orte fehlten. Für die Entwicklung ihrer professionellen Karrieren fehlten Orte, in denen sie Beziehungenpersönlicher anbahnen, aufbauen, entwickeln und vertiefen können: Situationen, in denen sie für ihre Karriere neue Leute persönlich treffen können, die sie sonst nicht treffen würden – wie es vor allem auf Agency-Musik-Festivals geschieht. Diese Festivals sind erweiterte Show Case- und Konferenz-Festivals, deren Ziel es geworden ist, Besucher*innen mehr Agency für ihre Aktivitäten zu ermöglichen. Agency-Musik-Festivals, wie das ESNS in Groningen im Januar, die SXSW in Austin im März, die Tallinn Music Week im Mai, MaMA in Paris im Oktober, LINECHECK in Mailand im November und in Deutschland in NRW das c/o pop Festival im April, das Reeperbahn Festival im September in Hamburg und die MOST WANTED: MUSIC im November in Berlin sind heute für Young Professionals in Music mit ihren Show Cases und ihren Konferenzen aus immer mehr Kalendern nicht mehr wegzudenken. Sie sind die Orte, an denen Akteur*innen der gesamten Branche ihre Handlungsmächtigkeit teilen und ihre Zukunftsfähigkeit vergrößern: kein Wunder, dass sich Young Professionals auf Agency-Festivals beruflich orientieren.

Immer mehr Musikfestivals mit Show Cases und Konferenzen wurden nun durch die Entwicklung neuer Strukturen und Formate explizit für persönliche Vernetzung zu Agency-Musik-Festivals. Sie haben heute eine über ihr Live-Geschäft hinausgehende, strukturelle Bedeutung für die Vernetzung und den Aufbau persönlicher Beziehungen im gesamten Musik-Ökosystem. In der Musikwirtschaft werden sie seit Jahren – seit immer mehr neue Beteiligte aus ihr durch ihre für andere wertvollen Aktivitäten eine Creator Economy machen, in der vormarktliche Aktivitäten auf der Basis persönlicher Beziehungen erfolgskritisch sind – noch wichtiger, als sie es im People Business Music bereits waren. Agency-Festivals sind für die Anbahnung, den Aufbau, die Entwicklung und Vertiefung von Beziehungen in Musikwirtschaft und Musikkultur mit ihren Vernetzungs-Formaten und -Strukturen zentral. Auf ihnen treffen sich alle, die an der Zukunft von Musik beteiligt sind oder sein wollen, weil sie hier mehr und diversere Akteur*innen als irgendwo sonst treffen können, die für ihre Zukunft und auch die von Musik wichtig und wertvoll sind.

Die Bedeutung neuer Agency-Festivals für Young Professionals kann offenbar kaum überschätzt werden. Außerdem sind sie aktuell die wichtigste neue Struktur der von immer mehr Kreativen beförderten Creator Economy, die als Form der Ökonomie der Zukunft gilt, weil sie strukturell offener, beweglicher, diverser, vernetzter und deshalb effizienter, effektiver und produktiver sein kann. Unabhängig von sehr berechtigter Kritik an der mit der wachsenden Kleinteiligkeit in der Branche wachsenden Zahl an Einzelunternehmer*innen und der unter ihnen wachsenden Zahl an Akteur*innen, deren Arbeitsinteressen (noch?) nicht institutionell vertreten werden und die sozial oft wenig abgesichert sind, ist unbestritten, dass eine vernetzte Werte-Schöpfung von Einzelunternehmer*innen strukturelle Vorteile bietet: Mehr und vor allem mehr diversere Akteur*innen können in neu entstandenen und entstehenden Netzwerken eigensinniger und nachhaltiger beteiligt werden, weil in ihnen mehr ausgetauscht werden kann als über Märkte auf der Basis ausverhandelter Preise. In Netzwerken können sie jenseits von Märkten neue intelligente, inkludierende und nachhaltige Lösungen suchen und neue Perspektiven über die von Marktakteur*innen hinaus eröffnen und nutzen. Vorteile der Creator Economy sind oft Vorteile von und für Young Professionals. Sie können sich in einer offener vernetzten Musik-Werte-Schöpfung, in der nicht nur über Märkte monetärer Wert, sondern in der soziales, ästhetisches und kulturelles Kapital geschöpft werden kann, einfacher beteiligen. Zu den Netzwerken der Creator Economy, in denen soziales, ästhetisches und kulturelles Kapital eine größere Rolle als in einer Musikindustrie spielt, haben Young Professionals leichter Zugang als zu traditionellen Märkten der Musikindustrie.

Young Professionals, die an ihrer Professionalisierung arbeiten und die Möglichkeiten von offenen, neuen Netzwerken kennen, wissen um die Chancen, die sie sich auf den Agency-Musik-Festivals eröffnen können – Perspektiven, die für sie wichtig sind und die sie sich offenbar nicht vergleichbar gut im Raum digitaler (Daten‑) Ströme eröffnen können. Agency-Festivals sind eine Reaktion auf und zugleich ein Treiber der digital und medial immer kleinteiliger vernetzten und immer dynamischeren Creator Music Culture & Economy, in der ihre Bedeutung zugleich mit der Bedeutung der Räume digitaler (Daten‑) Ströme für die Musik wichtiger wird.

Für ältere Lehrende ist diese Herausforderung nicht wirklich neu. Wie angeführt, war Musik schon immer ein People Business. Ein Business, das verändert wird, wenn Leute mit Bezug auf Musik mit neuen Mitteln neue Dinge tun können. Das gilt vor allem, wenn es neue Möglichkeiten gibt, ohne oder jenseits etablierter Strukturen etwas zu tun. Dann werden die neuen Mittel echte Alternativen und ihre Nutzung verändert die Strukturen im Ökosystem Musik. Heute haben Young Professionals mehr mediale und persönliche Möglichkeiten, neue Beziehungen anzubahnen, aufzubauen, zu nutzen, zu entwickeln, etc. Studiengangs-Verantwortliche müssen darauf reagieren, dass es für Young Professionals noch einmal wichtiger wird, persönliche Beziehungen in einer immer kleinteiligeren, musikbezogenen Werte-Schöpfung aufzubauen und in diesem Zusammenhang zu lernen, sich selbständig vielfältig zu vernetzen. In einer Branche, in der die Hälfte aller Erwerbstätigen Inhaber*innen und Einzelunternehmer*innen sind und ‚Kreative‘ das am dynamischsten wachsende Teilsegment der Branche, ist die Unterstützung bei der Entwicklung relevanter Beziehungen eine ernstzunehmende Aufgabe. Auf diese Aufgabe wollten wir, um der Aufgabe, die uns unser Präsidium gestellt hatte, uns im Vorfeld der anstehenden Re-Akkreditierungen Innovationen für die Studienangebote im Bereich JRP zu entwickeln, so gut wie möglich reagieren – und zwar mit mehr als mit klassischen Lehrangeboten.

Unsere Forschung, in der wir am IJK seit 2016 Gründe der globalen Konjunktur neuer Festivals untersuchen, erlangte im Rahmen der Frage, wie im Studium auf die größeren Anforderungen an die Qualität und Quantität persönlicher Vernetzung professionell vorbereitet werden kann, auf einmal eine neue praktische Bedeutung. Wir lernten, dass Festivals im Raum der Orte nicht durch (bzw. zumindest noch noch) funktional äquivalent (Festival-)Strukturen im Raum digitaler (Daten‑) Ströme ersetzt werden können, die Covid-19 bedingt oft schnell professionell auf die Beine gestellt wurden. Obwohl mit diesen Strukturen wertvolle Möglichkeiten eröffnet werden, die z.B. von Raum und Zeit unabhängigere und kostengünstigere Teilnahmen erlauben, eröffnen sie offenbar nicht die Beziehungs- und Vernetzungsmöglichkeiten, die Young Professionals auf Agency-Festivals im Raum der Orte haben. Als wir realisierten, dass bisher ein Agency-Festival zur Professionalisierung von Young Professionals fehlt, gelangten wir zu der Auffassung, dass ein solches Festival für ihre berufliche Orientierung überfällig ist. Aber wie könnte ein Agency-Festival für Young Professionals die Lehre sinnvoll erweitern? Was wäre ein Agency-Musikfestival für eine (Struktur-) Innovation an einer Hochschule und was der spezifische Beitrag im Studium und für die Musik-Ökosysteme, in die Studierende, Lehrende und Hochschule eingebunden sind?

Zur diesen Fragen berieten Dr. Raphael Thöne und ich uns mit Christine Preitauer, CEO von kreHtiv Hannover e.V. und beteiligt an der IJK-Festivalforschung, und mit Derya Irrgang, die in unseren Lehrprojekten zu Festivals studiert und ihre Masterarbeit zu Agency-Festivals verfasst hatte. Immer wieder holte uns dabei erstaunlicherweise die Frage ein: Was sollte das für ein Hochschul-Agency-Festival sein? Wie kann es die berufliche Orientierung und Handlungsmächtigkeit bzw. die Agency von Young Professionals verbessern? Auf diese Fragen, die Beteiligte und neue Studierende so oder ähnlich immer wieder stellen, antwortet dieser Text, der auch eine Orientierung für interessierte Kollaborationspartner*innen ist, mit denen wir in Zukunft noch besser zusammenarbeiten wollen – zu ihrem Wohle und dem von Young Professionals.   

2. Wie eröffnet ein Agency-Festival in einem Musikhochschul-Kontext nachhaltig berufliche Orientierung für Young Professionals?

H YPE&FRIENDS eröffnet Young Professionals Orientierung in mehreren Kontexten: Im Kontext einer großen Musikhochschule im Musikland Niedersachsen in der UNESCO City of Music Hannover; im Kontext neuartiger Agency-Musik-Festivals, in der Tradition alltagsenthobener Festivals, und – last but not least – als erstes Agency-Festival für Young Professionals und Educators. Zentral ist für das HYPE&FRIENDS der Kontext Musik. Ein gelingendes Agency-Musik-Festival ist ein gelingendes Musik-Festival. Musikkünstler*innen und Musik machen es außergewöhnlich und wertvoll. Festival-Wert wird außerdem dadurch gestiftet, dass junge Künstler*innen auf dem HYPE&FRIENDS als Young Professionals und ihre Educators, Award-Gewinner*innen sowie Gäste eigene Themen in eigenen Festival-Kontexten sein können.

Für das HYPE&FRIENDS ist der Kontext Hochschule zentral. Die Hochschule für Musik, Theater und Medien (HMTMH) ist Hochschule im Universitätsrang mit künstlerischen und wissenschaftlichen Programmen sowie Promotions- und Habilitationsrecht. Sie ist ein klassischer multipler Agency-Kontext und hat ein Selbstverständnis als Kunststandort, als Forschungsstandort und als kultureller Motor in Stadt und Land. So ist die HMTMH als Konzertveranstalterin und für die innovative Flexibilisierung von Lehren und Lernen bekannt (vgl. ausf. den HMTMH-Masterplan 2030). HYPE&FRIENDS trägt im Sinne dieses Masterplans produktiv zu den Musik-Ökosystemen UNESCO City of Music und Musikland Niedersachsen bei. Young Professionals werden an unserer Hochschule handlungsmächtig, weil sie hier Kompetenz, Qualifikationen und Wissen für ihren späteren Beruf erwerben. Weil insbesondere Wissen personengebunden ist, wird vom HYPE&FRIENDS zu Recht erwartet, dass es Forscher*innen beteiligt, die über Wissen verfügen, das Young Professionals und Educators nachhaltig orientiert. Alle Teilnehmer*innen dürfen erwarten, dass ihnen zu den verhandelten Themen erstens ein umfassendes Verständnis auf dem Stand der Forschung ermöglicht wird, und ihnen zweitens Möglichkeiten eröffnet werden, auf dem Festival mit anderen zu erarbeiten, was mit diesem Wissen mit Blick auf die Arbeit an der Zukunft ihrer Karrieren und der Zukunft von Musik möglich ist.

HYPE&FRIENDS ist ein Agency-Festival, dass Teilnehmer*innen neue Möglichkeiten eröffnen soll. Deshalb ist die Konstitution von Agency-Situationen zentral. Der Wert des HYPE&FRIENDS bemisst sich deshalb am qualitativen und quantitativen Zuwachs an Orientierung, Beziehungen und Handlungsmächtigkeit. Erwartet werden dürfen Gäste, mit denen dies möglich ist. Deshalb ist es für das HYPE&FRIENDS wie für alle Agency-Festivals von zentraler Bedeutung, für seine Agency-Formate geeignete und vor allem diverse Akteur*innen zu finden: Akteur*innen, die Festivalformate zu Agency-Situationen für Young Professionals machen wollen und machen können. Wir sind glücklich, Akteur*innen aus relevanten Netzwerken und Institutionen aus Stadt, Land und international gefunden zu haben, die Fragen zur Zukunft von Musik und zu ihrer Professionalisierung inlokale/regionale, nationale und internationale Kontexte und Prozesse einordnen und beantworten können.

Die Frage, wie ein Agency-Musik-Festival für Young Professionals in Music nachhaltig berufliche Orientierung leisten kann, konfrontierte uns mit der klassischen Festival-Herausforderung: Wir mussten, wie die ersten Veranstalter*innen von Festivals, für die in Frankreich die Bezeichnung Entrepreneur (von ‚entre‘ und ‚prendre‘) erfunden wurde, weil sie aus den verstreuten Werken berühmt werdender Komponisten eine Auswahl für ihr Festival treffen mussten, aus vielen Möglichkeiten für Show Case Acts, Forscher*innen, Lehrenden, Musikakteur*innen sowie Themen eine Auswahl treffen, die Erwartungen an ein Musik-Festival und an Agency für Professionalisierung erfüllt.

3. Ziele, Agency-Aktivitäten und Strategien des HYPE&FRIENDS als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation

Ziele des HYPE&FRIENDS, die zuerst durch die anstehende Re-Akkreditierung und die Covid-19 Pandemie bestimmt waren, werden – um das gleich vorweg zu nehmen – mit neuen Studierenden, Lehrenden und Gästen reflektiert, modifiziert, angepasst und ggf. erweitert. Das HYPE&FRIENDS umfasst heute verschiedene Agency-Formate, die als Prozess-Formate pfadabhängig offen sind. Um an ihnen produktiv und nachhaltig mitwirken zu können, ist ein Wissen um ihre Geschichte, Ziele und Strategien hilfreich. Deshalb und weil Kollaborationen mit Partner*innen ins Zentrum gerückt sind, werden sie hier kurz rekonstruiert. Die Entwicklung der Kollaborationsqualität, davon sind wir überzeugt, ist die beste Möglichkeit, das HYPE&FRIENDS für Young Professionals und unsere Kollaborations-Partner*innen wertvoller zu machen. Darum lautet der Titel des Konzeptpapiers: For Collaborators: HYPE&FRIENDS 2023. True Collaborations for Agency Show Cases, Agency Art Labs & Music Awards for Young Professional Support.

Ziele des ersten HYPE&FRIENDS im Musikzentrum Hannover am 17.06.2021

Im Vorfeld der für 2021 geplanten Re-Akkreditierung der JRP-Programme, die Covid-19 bedingt kurzfristig abgesagt und erst im Herbst 2022 erfolgte, war es aus Sicht unserer Studierenden zentral, dass sie für sie relevante Netzwerke und Akteur*innen kennen lernen. Denn das hatte ihnen Covid-19 extrem erschwert. Leisten sollten das niedrigschwellige Panels und Show Cases, die mit Blick auf die Re-Akkreditierung auch die Qualität des Studiums unter Beweis stellen sollten. Damit Young Professionals für sie relevante Akteur*innen kennenlernen konnten, sollte das HYPE&FRIENDS Agency-Situationen eröffnen für und insbesondere zwischen:

  1. Young Jazz & Pop Professionals in Niedersachsen,
  2. professionellen Jazz- & Pop-Educators in Niedersachsen,
  3. Akteur*innen der Hannoveraner Kultur-, Kreativ- und Musikwirtschaft,
  4. Akteur*innen der regionalen Jazz- und Pop-Szene,
  5. Akteur*innen der deutschen Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung,
  6. Akteur*innen internationaler Musik-Professionalisierungsforschung,
  7. weiteren Institutionen, die für Young Professionals lokal, regional, national und international wertvoll sind.

Diese Agency-Situationen haben wir im Musikzentrum Hannover eröffnen können, das mit Saal, Bar und Außengelände bei Young Professionals beliebt ist, von ihnen im Rahmen ihres Studium genutzt wird, und außerdem selbst Ausbildungsinstitution für Musikberufe ist. Covid-19 bedingt haben wir die Ziele in einem kleinen, fast privaten Rahmen erreicht: Das erste HYPE&FRIENDS war eine einzige Agency-Situation. Weil es so privat war, standen Young Professionals mit beinah allen anderen bereits in einer persönlichen Beziehung, die vertieft und ausgebaut werden konnte.

Das HYPE&FRIENDS fand am Donnerstag den 17. Juni 2021 statt. Nach der Begrüßung mit Input zu den angeführten Zielen starteten wir mit zugeschalteten Vorträgen von Dr. Guy Morrow (er ist als Artist-Manager und Forscher zu Karrieren in der Branche ausgewiesen und hat zu diesem Gegenstandsbereich umfassend geforscht, gelehrt und publiziert) live aus Melbourne (Thema: Designing Music Agency Moments & Contexts for Young Professionals) und Dr. Eric Hitters (Leiter des größten Projekts zu Livemusik bisher – vgl. poplive.nl live) aus Rotterdam (Thema: Live Music Festival Agency for Young Professionals). Guy Morrow erklärte die zentrale Rolle von Micro-Agency-Erfahrungen für die Professionalisierung von Young Professionals. Eric Hitters erläuterte die Relevanz von Festivals am Karriereanfang und von Teilnahmen an Show Case Festivals. Ihre Zoom-Vorträge wurden ebenso wie der Vortrag vor Ort, von Prof. Dr. Barbara Hornberger (Thema: Neue Perspektiven für Pop-Ausbildung), ausgiebig diskutiert. Die Vorträge auf dem internationalen Stand der Forschung zum Thema und die rege Diskussion halfen Young Professionals bei der Einordnung und Orientierung eigener Design-, Live-Musik- und Studien-Projekte. Die Diskussion führte schließlich zu dem Wunsch, die Anforderungen an eine professionelle Vorbereitung auf Festival-Auftritte mit Dr. Eric Hitters vertiefender und persönlicher und im Kontext weiterer Ergebnisse seines großen Forschungsprojekts poplive (poplive.nl) zu diskutieren.

Im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen thematisierte das in Kooperation mit der UNESCO City of Music Hannover durchgeführte erste HYPE&FRIENDS Panel die Möglichkeiten von Young Professionals in Musikstädten. Im zweiten Panel ging es in Kooperation mit der Musikland Niedersachsen gGmbH dann um Möglichkeiten im ‚Musikland Niedersachsen‘. Impulse der Gäste aus Berlin, Hamburg und Osnabrück schufen im Kontext konkreter Fragen und Erfahrungen von Young Professionals für die anwesenden Young Professionals eine Agency-Situation. Ermöglicht wurden sie dabei insbesondere durch einzigartige Akteur*innen-Konstellationen und das persönliche Engagement der eingeladenen Gäste (vgl. dazu den Clip zum ersten HYPE&FRIENDS auf hypeandfriends.org). Young Professionals realisierten im Anschluss an das erste HYPE&FRIENDS neue Kooperationen, Auftritte, Unterstützung und Künstler*innen-Managements. Wir waren fast schon überwältigt, weil wir das so konkret überhaupt nicht erwartet hatten. Außerdem ergab sich eine Einladung des HYPE&FRIENDS auf die MOST WANTED: MUSIC (MW:M) nach Berlin, auf die später eingegangen wird.

Die Rückmeldungen aller beteiligten Young Professionals bestätigten, wie wichtig es für ihre berufliche Orientierung war, mit Leuten aus unterschiedlichen professionellen Kontexten auf Augenhöhe sprechen zu können (u.a. in alph. Reihenfolge mit: Prof. Dr. Barbara Hornberger (Leiterin Popstudiengang Osnabrück), mit Derya Irrgang (Reeperbahnfestival), mit Musikredakteur Matthias Köppinghoff (NDR), mit Olaf ‚Gemse‘ Kretschmar (Präsident Bundesverband Popularmusik e.V. und CEO der Berlin Music Commission e.G.), mit Konzertentwicklerin und Pianistin Hanni Liang (tonali), mit Christine Preitauer (CEO kreHativ Hannover e.V.) – um nur die aktiv Beteiligten zu nennen. Die persönliche Qualität des HYPE&FRIENDS wurde durch ein besonderes Format mit ermöglicht, das Hanna Blasyza und Kim Ermler für die Nachwuchsarbeit der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (GMM e.V.) entwickelt hatten: den ‚GMM Future Heads Walk‘. Er erlaubte es Young Professionals, Educators und Gästen sich bei der Erkundung der Hannoverschen Nordstadt als Musik-Ökosystem zu bewähren und persönlich kennenzulernen. Alle Young Professionals gaben an, dass der Walk für sie persönlich und beruflich wertvoll war. Sie bestätigten so den Agency-Wert niedrigschwelliger, kuratierter, persönlicher Vernetzungsformate für die beruflichen Orientierung und Professionalisierung.

Nach dem GMM Future Heads Walk, vielen Gesprächen und Selfies starteten ab 18 Uhr die HYPE&FRIENDS Show Cases mit Michèl von Wussow, WAS NUN, Wezn, Joules the Fox und Hagelslag aus Hannover sowie Kasimp als HYPE&FRIENDS Guest Act aus Osnabrück. Mit ihren großartigen Show Cases und Würdigungen durch Educators ging das HYPE&FRIENDS 2021 in persönlich inspirierenden Konstellationen und beruflich nachhaltig orientierend festlich einem nächtlichen Ende entgegen.

Einige Eindrücke vom ersten HYPE&FRIENDS vermittelt ein kleiner feiner Clip unserer HYPE&FRIENDS Video-Art-Direktorin Chiara Bon.

HYPE&FRIENDS hat als Agency-Festival für Young Professionals und ihre Educators, die hiesige Musik- und Festivalszene sowie für Beteiligte aus dem IJK-Masterstudiengang Medien und Musik M.A. funktioniert. Dabei profitierten nicht nur Young Professionals in Music Art, sondern auch Young Professionals in Music Business von Möglichkeiten zur persönlichen Vernetzung. Künstlerisch und wissenschaftlich Studierende lernten sich als Mit-Kommiliton*innen kennen und haben das HYPE&FRIENDS dabei auch zum ‚in House‘ Agency-Kontext gemacht. Zu einem Kontext, in dem Marketing-, Medien- und Managementkooperationen realisiert wurden und bis heute werden.

HYPE&FRIENDS wird ein Agency Festival für ALLE Young Professionals in Music

Folgerichtig wurde das HYPE&FRENDS auf Wunsch der Studierenden nun als Agency-Festival für die Professionalisierung von Young Professionals in Music-Art und Music-Business weiterentwickelt. Ausgangspunkt für diese Weiterentwicklung wurden vier im Anschluss an das erste HYPE&FRIENDS gemeinsam entwickelte strategischen Ziele: Das HYPE&FRIENDS soll entwickelt werden als

  1. Lehr-, Lern- und Professionalisierungs- und Forschungsinnovation für alle Young Professionals in Music,
  2. Insbesondere als Professionalisierungs- und Vernetzungs-Co-Organizer
  3. als offenes Zukunftslabor für Musik in Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft, und
  4. als erstes Young Professional-Agency-Festival mit internationaler Strahlkraft!

Den unmittelbaren Anlass zur Weiterentwicklung des HYPE&FRIENDS als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation bot die Einladung auf die MW:M in Berlin. Olaf Kretschmar, der als Präsident des Bundesverband Popularmusik e.V (BV-Pop) Gast auf dem ersten HYPE&FRIENDS war, lud das HYPE&FRIENDS in seiner Rolle als CEO der Berlin Music Commission e.G. (BMC) auf die MW:M ein. Es sollte sich dort als neues Agency-Festival für Young Professional in Music vorstellen und damit auf der MW:M ein neues Format starten, in dem künftig Musikaktivitäten der Bundesländer vorgestellt werden.

HYPE&LOWER SAXONY FRIENDS go MW:M – am 28.10.2021 im Maschinenhaus der Kulturbrauerei in Berlin im Rahmen des MOST WANTED: MUSIC Konferenzfestivals

Im Wintersemester begann die Weiterentwicklung des HYPE&FRIENDS zum Agency-Festival für alle Young Professionals im IJK-Seminar Aktuelle Entwicklungen in Medien- und Musikwirtschaft. Im Seminar wird seit Jahren eine Exkursion auf die MW:M durchgeführt, in deren Rahmen sich Studierende über Entwicklungen informieren, zu denen sie forschen, Referate halten und wissenschaftliche Arbeiten schreiben. Im Winter 2021/22 gab es zusätzlich die Möglichkeit, die Exkursion zur Erforschung und Entwicklung von Agency-Formaten für das HYPE&FRIENDS und dessen strategischer Profilierung zu nutzen. Die Format-Innovationen, die in der Folge entwickelt wurden, machen das HYPE&FRIENDS für Young Professionals noch einzigartiger und wertvoller.

Angelehnt an die Formate des HYPE&FRIENDS wurde Niedersachsen auf der MW:M in Kooperation mit Partner*innen realisiert: aus Osnabrück aus dem Kulturamt und aus dem Stadtmarketing, aus Hannover aus dem UNESCO City of Music Büro der Stadt, von kreHtiv e.V. und vom Musikland Niedersachsen. Von letzterem insbesondere mit Friederike Ankele, die den Abend mit Carsten Winter moderierte, der sehr umsichtig von Christoph Heide produziert wurde. Nach der Begrüßung durch MW: M Gastgeber Olaf Kretschmar präsentierte die Osnabrücker Kulturamtsleiter Patricia Mersinger die neue Musikstrategie von Osnabrück. An die Präsentation knüpfte eine Diskussion mit ihr, Alice Moser (UNESCO City of Music Büro Hannover) und Prof. Dr. Raphael Thöne (JRP-Institut HMTMH / HYPE&FRIENDS) zu Möglichkeiten für Young Professionals in Hannover und Osnabrück an, bei der Raphael Thöne das HYPE&FRIENDS vorstellte. Nach Show Cases von Michèl von Wussow, Kummerfeld und Ottolien ging es in der zweiten Panel-Runde mit Jakob Lübke (Musiker und Nachtbürgermeister Osnabrück) und Sina-Mareike Schulte (Musikland Niedersachsen) vor allem um Unterstützungs-Möglichkeiten in Folge von Covid-19. Der HYPE&FRIENDS Sattelite auf der MW:M in Berlin endete mit Show Cases von Sobi, Modesha und Joy Bogat & Joules the Fox.

Der Sattelite HYPE&LOWER SAXONY FRIENDS go MW:M war durch die Beteiligung von Young Professionals, Educators und Netzwerk-Partner*innen aus Osnabrück und Hannover mit Panels, Show Cases und der Möglichkeit der Teilnahme an der MW:M-Konferenz eine erfolgreiche Erweiterung des HYPE&FRIENDS zur Orientierung und vor allem Professionalisierung der HMTMH Young Professionals in Music.

Eindrücke dieses ersten HYPE&FRIENDS Satelliten auf der MW:M in Berlin vermittelt der folgende Clip unserer HYPE&FRIENDS Video-Art-Direktorin Chiara Bon.

Die strategische (Weiter-)Entwicklung des HYPE&FRIENDS 2022 mit Studierenden

Nach dem MW:M-Sattelite in Berlin startete die Entwicklung der HYPE&FRIENDS Formate als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation für 2022. Sie sollte ausgehend von seinen Zielen mit Blick auf die berufliche Orientierung und Agency-Momente zur Professionalisierung und Vernetzung von Young Professionales entwickelt werden. Aufgebaut wurde dabei auf der Projektarbeit Entwicklung einer Fellowship-Marken- und Kollaborationsstrategie für ein international anerkanntes und erfolgreiches HYPE-Festival von den Studierenden Marit Damke und Carmen Schmidt aus dem Sommer 2021. Sie entwickelt insbesondere Vorschläge zur Entwicklung der Beziehung zum HYPE&FRIENDS. Die Arbeit wurde als notwendig angesehen, weil das HYPE&FRIENDS nach Auffassung der Studierenden unter Young Professionals und  relevanten Akteur*innen zu unbekannt sei. Entwickelt werden sollte HYPE&FRIENDS als Festival-Marke, wobei das Interesse daran auch die Folge eines Seminars mit Soheil Dastyari war, dessen Fellowship-Marketing die Projektarbeiten von Marit Damke und Carmen Schmidt als auch von Hanna Blazyca und Kim Ermler zum GMM Future-Heads-Walk-Konzept orientiert hat.

Die Projektarbeit von Blazyca und Ermler zeigt, wie sich Beteiligte am HYPE&FRIENDS dieses Festival über das Walk-Format aneignen und mit der Teilnahme am Walk am Festival partizipieren können, während sie außerdem für sich relevantes Wissen erwerben und emphatische Erfahrungen machen. Eingang in die strategische Weiterentwicklung hielt außerdem ein Agency-Festival-Entwicklung-Seminars Detlef Schwarte, einem der Gründer des Reeperbahn-Festivals. Die parallel im Wintersemester 2021/22 entwickelten Festival-Formate werden aus Gründen der Übersichtlichkeit im Kontext der Rekonstruktion des HYPE&FRIENDS 2022 erklärt, auf dem es weiterhin auch klassische Formate wie Key Notes und Panels gab.

Entwickelte  Ziele, Agency-Aktivitäten und Strategien des HYPE&FRIENDS 2022 als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation

Die neuen, von Studierenden maßgeblich mitentwickelten Agency-Formate hoben das HYPE&FRIENDS 2022 mit ihrer Ausrichtung auf präzisierte Agency-Festival-Ziele auf ein neues Niveau. Als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation fand das HYPE&FRIENDS in der zweiten Ausgabe erstmals als dreitätiges Festival vom 8.-11. Juni 2022 statt. Es wurde wie zuvor das HYPE&FRIENDS Sattelite auf der MW:M in Berlin erneut maßgeblich von Christoph Heide produziert.

HYPE&FRIENDS 22 startete einerseits neu und andererseits aufbauend auf erprobten Kooperationen, für die wir dankbar sind: Dank für Unterstützung gilt Alice Moser vom Büro der UNESCO City of Music Hannover, Friederike Ankele und Sina Mareike Schulte vom Musikland Niedersachsen, Olaf „Gemse“ Kretschmar BV-Pop & BMC, Prof. Dr. Barbara Hornberger, Popstudiengang Osnabrück u. GMM Vorstand sowie – last but not least – Christine Preitauer von kreHtiv Hannover e.V. und dem Verband der Kultur- und Kreativwirtschaft Niedersachsen e.V. (VKKN). Und wir freuen uns, dass LAGRock Niedersachsen im Kontext der Präsentation des BV-Pop-Stipendiums (Dank an Vera Lüdeck) und Ernst.fm, (Dank an Carlotta Schlomann!) und ein Kommunikationsteam (Marit Damke, Carmen Schmidt, Lisa Schumacher, Mareike Sperzel und Markus Torke, GF von Deep Delta) erstmals mit an Bord waren. Das großartige Kommunikationsteam hat für HYPE&FRIENDS Website und Instagram-Kanal aufgesetzt und bespielt, digitale sowie analoge Informationsmaterialien (Flyer, Dekoration, Hilfestellungen) erstellt und darüber hinaus unendlich viel geleistet und gezaubert. So half es unter anderem Chiara Bon bei der Fertigstellung der ersten beiden HYPE&FRIENDS Videoclips, trug mit zur Auswahl des HYPE&FRIENDS Logos bei und zu vielen liebevollen Details und zu großer persönlicher HYPE-Qualität. Herzlichster Dank! Neu war auch der Einsatz von Fotograf*innen durch Amelie Heinrich und Finn Löw. Insbesondere die Medien- und Kommunikations-Professionalisierung war ein wichtiger Meilenstein, auf dem Weg der Institutionalisierung des HYPE&FRIENDS als dem ersten Agency Festivals für Young Professionals in Music an einer Hochschule für Musik, Theater und Medien!

Für das HYPE&FRIENDS Agency-Festival war es als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation aber natürlich besonders wichtig, die Agency-Qualität des Festivals weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck wurden eigens neue Agency-Formate für Young Professionals entwickelt: Eine neueAgency-BigBand-Award-Gala und neue, auf Agency für Young Professionals zugeschnittene Agency Art Labs. Sie machen das HYPE&FRIENDS Agency-Festival in Verbindung mit der Entwicklung der Festival-Marke ‚HYPE&FRIENDS‘ für Young Professionals und ihre Educators und insbesondere auch für alle Partner*innen deutlich wertvoller.

Foto: HMTMH

 

Die HYPE&FRIENDS Music-Agency-BigBand-Award-Gala am 08.06.2022 als Lehr-, Lern- und Professionalisierungsinnovation

2022 sollte durch erstens durch mehr unterschiedliche Young Professionals, zweitens durch entwickelte Lehr-, Lern-, Professionalisierungsformate und drittens durch mehr Forschung mehr Agency für die Teilnehmer möglich werden. HYPE&FRIENDS sollte so als Agency-Festival für Young Professionals noch wertvoller werden. Das erste neue Lehr-, Lern- und Professionalisierungsformat war die BigBand-Award-Gala im Richard-Jacoby-Saal, dem Konzertsaal der HMTMH. Mit ihr startete HYPE&FRIENDS 2022 „fulminant“, wie Celina Stremel, die aus dem studentischen Team für den Abend verantwortlich war,  in ihrem Forschungsbericht zum Abend richtig formuliert hat,  mit neuen Kooperationen und Räumlichkeiten, bevor es am nächsten Tag mit jeweils neu entwickelten Agency Art Lab-Formaten weiterging: in der Rampe, einem Co-Working Space für Musiker*innen, in den neuen Räumen des JRP-Instituts, im Club Weltspiele und im Olivenhain-Hof, den sich die Weltspiele mit dem JRP-Institut teilen, in dem HYPE&FRIENDS als Clubfestival nach drei Tagen feierlich ausklang. 

Das HYPE&FRIENDS startete am Mittwoch den 8. Juni 2022 zum ersten Mal im großen Konzertsaal der Hochschule, dem Richard-Jakoby-Saal. Die Teilnehmer*innen erlebten einen fulminanten Start mit BigBand-Arrangements von Prof. Jonas Schoen-Philbert und der Studio-BigBand der HMTMH, die mit Song-Perlen der NDW oder Radiohead im BigBand-Sound verzauberten. Im Rahmen der zum ersten Mal veranstalteten und von Laura Weinert souverän, liebevoll und persönlich moderierten Gala gab es außerdem erstmals fünf Awards, die wertvolle Beiträge für Young Professionals in Music honorierten. Der Richard-Jakoby-Saal wurde zum wertvollen HYPE&FRIENDS Agency-Lehr-, Lern- und Professionalisierungskontext.

Wertvoll war die BigBand-Award-Gala Gala mit ihren Award-Preisträger*innen und Laudator*innen für Young Professionals aus mindestens drei Gründen: Erstens hat sie für Young Professionals verschiedene, für ihre professionelle Orientierung wertvolle Akteur*innen auf einer Bühne versammelt, die sie so in der Folge von Vorstellungen, Video-Clips, Laudationes, Dankesworten usf. vor den Agency Art Labs der nächsten Tage, an denen sie mitwirkten, schon kennenlernten. Zweitens orientierte jeder der Awards und was um ihre Verleihung herum auf der Bühne passierte, was aktuell in Stadt und Land an Unterstützung von Young Professionals eines Awards würdig ist. Dies ‚um die Awards herum‘ bot wertvolle Orientierung. Weiter veranschaulichte die Award-Gala den Anspruch des HYPE&FRIENDS eine Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation für alle Young Professionals in Music auf der Bühne, neben der Bühne und hinter der Bühne zu sein. Der Festivalauftakt mit diesem festlichen Event verschaffte dem HYPE&FRIENDS Agency-Festival als ‚Zukunftslabor‘ für Musik in Stadt und Land und Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft mehr Strahlkraft! Der an dem Abend in der Begrüßung artikulierte Anspruch, nicht nur für Young Professionals ein Zukunftslabor zu sein, wurde an diesem Abend und in den nächsten Tagen eingelöst. Und zwar von allen Beteiligten, eigensinnig durch ihre aktive persönliche Beteiligung und Vernetzung, die hier freilich nicht veranschaulicht werden kann. Kommen Sie am besten vorbei und erleben Sie selbst, was auf dem HYPE&FRIENDS im Rahmen seiner Agency-Formate für Young Professionals aber auch für Sie möglich ist.

Im Rahmen der HYPE&FRIENDS BigBand-Award-Gala wurden einige Akteur*innen mit Awards – und durch diese Award-Auszeichnung – auch mit Agency ausgestattet, dafür, dass sie Young Professionals zu Agency, mehr Handlungsmächtigkeit, Sichtbarkeit, Hörbarkeit, Vernetzung, Veranstaltungen usf. verholfen haben. (An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass die Verleihung der Awards und ihre Gewinner*innen und ihre prominente Laudator*innen ihrerseits dem HYPE&FRIENDS und damit wieder Young Professionals zu mehr Agency verhelfen.)

Die Agency-Aktivitäten der BigBand-Award-Gala startete nach der Begrüßung mit einem Impuls zu strukturellen Vorteilen von Musikstädten für Young Professionals durch Dr. Matthias Rauch, Chief Innovation Officer von Mannheim (ebenfalls UNESCO City of Music Stadt) und u.a. ehemaliger Manager des Clusters Musikwirtschaft Mannheim & Region. Es hat uns gefreut, dass er nicht nur am Abend, sondern auch bei Instagram die Qualität der Big-Band-Arrangements hervorgehoben und sich über die Verleihung des HYPE&FRIENDS YOUNG PROFESSIONAL SUPPORT AWARDS an Band Support Mannheim (next-mannheim.de/projects/band-support-mannheim/) gefreut hat. Nachdem BV-Pop Präsident Olaf Kretschmar in seiner Laudatio die Bedeutung der Kontinuität lokaler und regionaler Institutionen für die Förderung von Young Professional Nachwuchs hervorgehoben hatte, nahm Dr. Matthias Rauch den Award für Beril Yilmam-Kohl, Leiterin von Band Support Mannheim, entgegen, die leider erkrankt war. Young Professionals erhielten Einblick in die Unterstützung von Young Professional Nachwuchs und ihre Einbindung in die Mannheimer Vier-Säulen-Strategie-Förderstruktur aus Band Support Mannheim, Popakademie, einem Musik-Gründerzentrum und Clustermanagement, die Rauch und Kretschmar als zentralen Erfolgsfaktor der Mannheimer Pop Nachwuchsarbeit herausstellten.

Foto: HMTMH

Neben Strukturen wie Band Support Mannheim, die früh Unterstützung bieten, ist für die Entwicklung professioneller Karrieren mediale Unterstützung wichtig. Medien spielen bei der Organisation und Orientierung der Wahrnehmung junger Kunst und Künstler*innen und ihrer professionellen Entwicklung eine wichtige Rolle. Das zeigte Prof. Christian Krebs, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, in seiner Laudatio für den HYPE&FRIENDS YOUNG PROFESSIONAL MEDIA COMMUNICATION AWARD, verliehen an dasCampusradio Ernst.fm und von den Vorständen Christoph Heide und Carlotta Schlomann entgegengenommen. Krebs hob dabei insbesondere das Engagement von Ernst.fm während der Covid-19 Pandemie hervor, als der Sender ein Online-Festival für Young Professionals durchführte, das ihnen nicht nur digital eine Bühne bot, sondern ihnen auch erste wertvolle Erfahrungen mit journalistischen Medien- und Medienformaten erlaubte.

Foto: HMTMH

 

Wie oben bei der Rekonstruktion der Hintergründe für die Entwicklung eines neuen Agency-Festivals für Young Professionals gezeigt, sind für Young Professionals und ihre Professionalisierung Festivals mit Formaten wichtig, die sie mit Agency ausstatten. Es war deshalb klar, dass ein Agency-Musik-Festival für Young Professionals unbedingt einen HYPE&FRIENDS AGENCY MUSIC FESTIVAL SUPPORT AWARDvergeben sollte. Beispielhaft für einen solchen Support ist die ListenToBerlin Award Ceremony im Rahmen der MOST WANTED: MUSIC. Diese seit Jahren erfolgreiche Veranstaltung verbindet eine Listen-To-Berlin CD, die seit Jahren hörbar über insbesondere Young Professionals in Berlin informiert, mit einer Award-Veranstaltung in der nicht nur Musikkünstler*innen ausgezeichnet werden.  In ihrer Laudation erläuterte Christine Preitauer von kreHtiv Hannover e.V., warum und wie die ListenToBerlin Awards wie keine zweite Veranstaltung in Berlin zeigen, wie unterschiedlichste Akteur*innen die Stadt Berlin mit Projekten und Initiativen kreativ und künstlerisch bereichern. Layla Müller nahm den Award für das MW: M-Team gemeinsam mit Olaf Kretschmar, CEO der BMC, welche die Listen-To-Berlin-Award-Ceremony veranstaltet, entgegen.

Am Anfang der Karrieren von Young Professionals spielen neben der Unterstützung durch Förder-Institutionen, durch mediale Präsenz und die Sichtbarkeit bei wichtigen Veranstaltungen Netzwerke eine wichtige Rolle. Im People Business Musik spielt im Netzwerkzeitalter insbesondere eine persönliche Vernetzung eine größere Rolle als je zuvor. Das ist oben bereits ausgeführt worden, wie auch, dass diese Vernetzung zuerst einmal von den Möglichkeiten der Vernetzung abhängt. Sie hängen in Netzwerken zunehmend von neuen Netzwerk-Co-Organisator*innen ab, von Leuten, die andere vernetzen. Ein HYPE&FRIENDS NETWORKING FOR THE FUTURE OF MUSIC AWARD war überfällig. Verliehen wurde er Gunnar Gessner vom Musikzentrum Hannover, der in Hannover, Niedersachsen, deutschlandweit und über Deutschland hinaus Young Professionals bei ihrer Vernetzung unterstützt. Er hat sich den, wie Holger Maack in seiner persönlichen Laudation veranschaulichte, wirklich verdient. Denn trotz einer langjähriger und engen guten Zusammenarbeit mit Gunnar Gessner, sei es ihm, wie er ausführte, nicht möglich, Intensität und Umfang der Netzwerk- und Vernetzungsarbeit von Gunnar Gessner für die gemeinsame Zeit oder sogar die Zukunft in Hannover, in Niedersachsen und in der Welt zu veranschaulichen, weil er immer und überall hilft, alle zu vernetzen.

Foto: HMTMH

 

Eine Award-Gala für Young Professional Agency, da waren wir uns im Umfeld erster Ideen für diese Gala früh einig, bliebe unvollständig, wenn sie nicht die Akteur*innen ehren würde, die Musik-Ökosysteme strukturell – ob urban, ob regional, ob national, ob medial oder international –  immer wieder neu produktiv irritiert, kritisiert, beweglich gehalten und weiterentwickelt haben. Auf eine Art und Weise, die immer mehr unterschiedlichen Young Professionals zu Chancen verhilft. Es ist HYPE&FRIENDS eine besondere Ehre, Andrea Rothaug, als Gesicht von Rock City e.V., der ältesten und größten Institution für die Unterstützung freilich nicht nur – aber vor allem – von Young Professionals – und über lange Jahre als Gesicht des BV-Pop und von Music Woman* Germany (musicwomengermany.de/about) und ihr unermüdliches Engagement für Young Professionals in vielen und für viele Institutionen den HYPE&FRIENDS AWARD FOR SUSTAINED PERSONAL COMMITTMENT TO YOUNG PROFESSIONAL SUPPORT zu verleihen.

Vor diesem Hintergrund an Support-Revolutionen, die die Laudatio von Carsten Winter anführte, rückte deshalb mit der Opertion Ton, dem ersten Festival von Künstler*innen für Künstler*innen wieder eine neue von ihr ganz maßgeblich entwickelte Unterstützungs-Revolution ins Zentrum. Überzeugen Sie sich am selbst: operationton.de/. Andrea Rothaug nahm den HYPE&FRIENDS Award gern entgegen und hat dabei gleich eine Kollaboration unserer Festivals angestoßen.

Die HYPE&FRIENDS Music-Agency-BigBand-Award-Gala erweiterte die curriculare Lehre und das Lernen in den Studienprogrammen aller beteiligten Young Professionals erheblich. Sie ermöglichte persönlichen Einblick in ihre Professionalisierungsfelder und über neue Konstellationen von Lehrenden aus ihren Programmen in neuen Kontexten mit für ihre Professionalisierung relevanten Akteur*innen neue Möglichkeiten diese zu verstehen und eigene Aktivitäten persönlicher informiert zu planen und zu starten.

Die neuen HYPE&FRIENDS Agency Art Labs für Young Professionals am 09.06.2022 als Lehr-, Lern-, Professionalisierungsinnovation 

Tag zwei startete nach der Begrüßung mit dem Vortrag Festivals und die Karriere-Entwicklung von Young Professionals von Dr. Eric Hitters von der Erasmus Universität Rotterdam, der auf dem ersten HYPE&FIRENDS vereinbart worden war. Aufbauend auf Festivaldaten aus seinem poplive Projekt (vgl. ausführlich poplive.nl) vertiefte sein Vortrag Chancen, die sich durch und auf Festivals ergeben, sowie Erfordernisse, die sich für Young Professionals in einer Live-Musikwirtschaft ergeben, die eine Superstar Economy ist. Mit Blick auf diese Ökonomie, in der es nur Superstars schaffen, ihren Lebensunterhalt nachhaltig (über einen Zeitraum von zehn oder mehr Jahren) mit Musik zu bestreiten, fordert Hitters Lehrende und Studierende auf, sich Gedanken darüber zu machen, wie mit dieser Erkenntnis besser umgegangen werden kann. Nach Hitters Erkenntnissen sind Show Case Festivals die wohl relevantesten Karriere- und Professionalisierungs-Erfahrungsorte von und für Young Professionals.

Das anschließende erste in Kollaboration mit dem BV-Pop veranstaltete Agency Art Lab (AAL) Agency forYoung Professional in Music, knüpfte an den Eröffnungsvortrag an. Auf der Basis von Vorarbeiten mit ausgewählten Young Professionals in Music wurden ihre individuellen Stärken und Schwächen (die sie im Vorfeld selbst eingeschätzt hatten) in für sie entwickelten AALs zu ihrem Agency-Thema. Das eigens für sie neu entwickelte AAL-Format sollte eine Agency-Situation zu ermöglichen. Dafür wurden die AALs von Young Professionals in Music Business vorbereitet und von vier Kurator*innen gleichberechtigt geleitet: Einem Young Professional in Music Art, einem Young Professional in Music Business als Moderator*in und jeweils einer Vertreter*in aus Musikpraxis und aus Musik-Forschung und -Lehre. Das für den BV-Pop im Vorfeld entwickelte BV-Pop-HYPE-Agency-Art-Wheel, mit dem Young Professionals in Music, die auf dem HYPE&FRIENDS auftraten, den Grad ihrer derzeitigen Professionalisierung auf einer fünfstufigen Skala mit Blick auf Karriereplanung, Soft Skills, Distribution, Musikschaffen und die eigene Organisationswahrnehmung einschätzen sollten, hat einen guten Einstieg ins Lab erlaubt. Es erlaubte, die unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten auf Professionalisierung zu verstehen und in der Diskussion den Stand und die Perspektiven bei der Professionalisierung systematisch zu reflektieren. Das Wheel bewährte sich als Instrument zur Reflexion der eigenen Professionalisierung und anstehender Professionalisierungsschritte und erleichterte außerdem Bezüge zum Eröffnungsvortrag und eigenen individuellen Karrierezielen. Dank an dieser Stelle an Finn Löw, der das Wheel entwickelt hat, an den BV-Pop und seinen Präsidenten Olaf Kretschmar und an seine Vorgängerin Andrea Rothaug für großes Engagement. Die Chance Vertreter*innen aus Unterstützungsstrukturen kennenzulernen, war für alle ein Gewinn.

Im Anschluss fand  das zweite, aufwendig und in Kollaboration mit Johannes Everke aus dem Board des Music Cities Network sowie Alice Moser von der UNESCO City of Music Hannover vorbereitete AAL Chancendes Miterlebens und Co-Kreierens von Musik-Städten für Young Professionals statt. Es wurde wie das erste AAL von vier Kurator*innen organisiert und an jedem Tischen vom jeweils einer oder einem Young Professional in Music Business moderiert. Deutlich wurde, dass das Potential, das Young Professionals für das Co-Kreieren der Zukunft von Musikstädten haben, zu wenig genutzt wird. Offenbar eröffnen ihnen die Strukturen ihrer Unterstützer*innen zu wenig eigensinnige Möglichkeiten, während sie andererseits die existierenden Möglichkeiten zu wenig auszuschöpfen. Die Möglichkeiten, auf dem HYPE&FIRENDS persönliche Beziehungen zu Verantwortlichen von Musikstädten zu knüpfen, fanden alle Young Professionals wertvoll. Sie wünschen sich künftig in Musikstädten mehr eigensinnige und eigenverantwortliche Möglichkeiten, um zu ihren Karrieren gerade in Musikstädten selbst beitragen zu können. Die anwesenden Vertreter*innen nicht nur aus Hannover, sondern auch aus Berlin (Olaf Kretschmar, Layla Müller – beide BMC, LTB, MW:M usf.), Hamburg (u.a. Andrea Rothaug von Rock City e.V. und Music Woman Germany und Johannes Everke, der Wissen aus dem Music City Network einbrachte und als Verantwortlicher für das internationale Stadtmarketing) und aus Osnabrück (Jakob Lübke, als Nachtbürgermeister oder Prof. Dr. Barbara Hornberger als Leiterin des Popstudiengangs) waren sich einig, dass bessere Kollaborationen in Zukunft zu beiderseitigem Wohle entwickelt werden. Das HYPE&FRIENDS-Team ist gespannt, trägt dazu gern bei, und sagt Danke für die Kollaborationsangebote und das persönliche Engagement aller Beteiligten an diesen Zukunftslaboren für Musik-Städte!

Nach einer Mittagspause wurde der legendäre GMM Future Heads Walk vom ersten HYPE&FRIENDS, den die Studierenden Marit Damke und Merle Grabowski entwickelt hatten, mit großem Erfolg auf neuen Routen und neuen „Wettkämpfen“ wiederholt. Der Walk funktionierte erneut wunderbar als niedrigschwelliges Vernetzungsformat. Die Nordstadt wartete als Musikkiez mit neuen Attraktionen und Besonderheiten auf. Wir sagen an dieser Stelle Dank für die erneut großartige Kollaboration an Prof. Dr. Barbara Hornberger von der GMM.

Der GMM Future Heads Walk führte die Teilnehmenden in den Weidendamm 8 in die neuen Räume des JRP-Instituts und den Innenhof, den sich das Institut mit dem Club Weltspiele teilt. Im Institut fand um 16 Uhr das Educators Agency Lab Futures of Examinations and Insprections in Music Education. Es wurde von Alina Hilfer und Prof. Michael Gudenkauf vorbereitet, der mit einem Impuls in das Lab eingeführt hat. Aufgrund der externen und der internationalen Gäste wurde vieles diskutiert und vorstellbar, was sicher so an einer Hochschule kaum so kreativ, offen und produktiv erörtert werden könnte. Es gab viele Anregungen und Beispiele dafür, wie Lehren und Lernen mit und ohne Noten besser gelingen kann. Großer Dank an Prof. Michael Gudenkauf für die Kollaboration, an HMTMH-Vizepräsident Forschung und Lehre Prof. Guido Heidloff-Herzig und an unsere internationalen Gästen für ihren Input!

Wie der erste ging auch der zweite HYPE&FRIENDS Agency-Festival-Abend in einer neuen Location, Hannovers Rampe mit ‚Rampe-Feeling‘ bei großartiger Musik der Show Cases von IVANA, TOBA, Lunar X, Little London und Lázuli in noch persönlicherer Atmosphäre zu Ende.

Agency durch  HYPE&FRIENDS 2022 als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation 3: Agency für Young Professional Agency am 10.06.2022

Am dritten Tag starte HYPE&FRIENDS in der dritten, neuen Festival-Location, dem Club Weltspiele, mit der Kunstausstellung The Art of Digital Music Distribution von Jonas Schroeter. Seine Präsentation außergewöhnlicher Formen der Distribution von Musik über Ausstellungsobjekte in einer Agency Art Club Lab-Situation fanden wie außerdem seine Einführung und Begrüßung großen Anklang. HYPE&FRIENDS sagt Danke für diese Format-Innovation.

Foto: Mareike Sperzel

 

Nach der Ausstellungseröffnung starte die von Studierenden organisierte Kooperation mit dem Seminar Organisiert Euch! von Dr. Aljoscha Paulus (IJK/HMTMH) und Sina Mareike Schulte von Musikland Niedersachsen. Unter diesem Titel thematisierte ein von Finn Löw und Tymon Napp-Molinski kuratiertes Panel den Grad und auch die Chancen der selbständigen Organisation von Arbeitsinteressen in der Musik durch die Akteur*innen selbst. Das mit den beiden Young Professionals in Music IVANA und Marisa Gruna besetzte Panel setzte dies in der Lehre selten verhandelte wichtige Thema der Organisation eigener Arbeitsinteressen auf Augenhöhe in einer spannenden und offenen sowie vor allem auch orientierenden Weise auf die Agenda anwesender Young Professionals. Sie können sich künftig mit neuem Wissen eigene Gedanken darüber machen, wie sie ihre Arbeitsinteressen künftig vertreten oder auch vertreten wissen wollen.

Im Anschluss gab es – verbunden mit einen Mittags-Snack – erneut das bei Young Professionals beliebte Walk-Format. In Kollaboration mit kreHtiv Hannover e.V. und dem Verband der niedersächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft e.V. (VNKK) wurde er erstmals als kreHtiv Social Innovation Future Walk durchgeführt. In Kollaboration mit Christine Preitauer, CEO von kreHtiv e.V. ist, führte der Walk mit für viele Young Professionals unbekannten Social-Stopps in die Nordstadt als Ort sozialer Innovator*innen ein.  Am Ende dieses Walks stand eine Führung am Bremer Damm, die in die Dimensionen und Herausforderungen von sozialer grüner Stadtentwicklung einführte und dabei immer wieder auf Musikaktivitäten in diesem Kontext verwies. HYPE&FRIENDS sagt Danke für Idee und Kollaboration. Sie waren ein gutes Beispiel dafür, wie Agency-Musik-Festivals über Musik hinaus Herausforderungen der Zukunft für und mit Young Professionals thematisieren und für sie erlebbarer machen kann.

Nach dem Rückweg warteten im Hof des Weidendamm 8 italienisches Speiseeis und Afternoon-Networking-Chancen sowie eine Kollaboration mit Campusradio Ernst.fm. Als die Verantwortlichen erfuhren, dass sie insbesondere für ihr Online-Festival für Young Professionals in der Pandemie mit dem HYPE&FRIENDS Media Award geehrt wurden, haben Sie sofort ein Panel zur Zukunft des Musikjournalismus vorgeschlagen. Ihr Panel Journalismus für die Zukunft von Musik Agency wurde von den Young Professionals in Music Media Charlotta Schlomann und Rabea Adam von Ernst.fm, moderiert. Sie hatten sich IVANA, die am Vortag in der Rampe ein Show Case Konzert gegeben hatte, und Darian Tabatabaei, der als Sänger der BigBand während der HYPE&FRIENDS Award Gala aufgetreten war, als Young Professionals in Music, von der Bauhaus Universität in Weimar Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow, Experte für neue Organisationsformen von und für Journalismus, und vom NDR den Musikjournalist Matthias Köppinghoff eingeladen, der Formen und Formate von Musikjournalismus erforscht und erprobt.

Vor allem neue Formate standen in der Diskussion mit Blick auf Young Professionals in Music im Zentrum. Und zwar, wie schnell deutlich wurde, nicht nur als Formate für Hörer*innen. Nachdem zuerst mehr oder weniger konstatiert wurde, dass es in der Ära nach Musikzeitschriften, MTV und Radioformaten neue, kollaborative offenere journalistische Formate braucht, Möglichkeiten eigensinniger und eigenverantwortlicher Beteiligung eröffnen können. Das war live mitzuerleben. Es war ein Ereignis, zu sehen, wie genau diese doch auf der Hand liegende Forderung von Teilnehmer*innen eines Festivals, dessen Ziel es ist, für alle Agency vor allem dadurch herzustellen, dass sich alle auf Augenhöhe begegnen können sollen, umgesetzt wurde und in der Folge Formatregeln durcheinandergerieten. Die als moderierte Diskussion mit eingeladenen Gästen geplante Form wurde nämlich verlassen, weil sich immer mehr Teilnehmer*innen wie selbstverständlich in die Diskussion über Journalismus für die Zukunft von Musik eingebracht und aus einem moderierten Panel ein moderiertes Agency Art Labgemacht haben. Großer Dank an die Moderatorinnen und ihre „Panel-Gäste“, dass diese Transformation mühelos souverän „on the fly“ organisiert haben. So wurde gut deutlich, warum journalistische Formen im Zeitalter ihrer Digitalisierung und Demokratisierung offener werden – und auch, dass es möglich ist, damit produktiv umzugehen. Wir hoffen auf eine Fortsetzung dieser Young Professional Music and Media Agency Kollaboration.

Wie der erste und zweite ging auch der dritte HYPE&FRIENDS Agency-Festival-Abend mit großartiger Musik, dieses Mal mit Show Cases von Calvin Zarnack, Janne Surma, Serpentin, Ottolien und KAHRO im Club Weltspiele in einer für das Festival noch einmal ganz neuen Club-Atmosphäre zu Ende.

Etablierung als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation

HYPE, HYPE … Das zweite HYPE&FRIENDS war das erste HYPE&FRIENDS, dass Young Professionals maßgeblich selbst geplant, durchgeführt und evaluiert haben. Sie haben das HYPE&FRIENDS als Lehr-, Lern- und Professionalisierungsinnovation durch die Reflexion der Forschung, in deren Folge neue Agency-Formate entwickelt wurden, und im Umfeld des HYPE&FRIENDS 22 im Forschungsseminar zu neuen Möglichkeiten, das HYPE&FRIENDS als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und als Forschungsinnovation wertvoller zu machen, damit auch als Forschungs-Innovation etabliert. Wie wertvoll das HYPE&FRIENDS als Innovation zur Professionalisierung von Young Professionals in Music ist, beschreibt ein Text freilich nur unzureichend. Es ist das Zusammenspiel der Entwicklung und Weiterentwicklung von Formaten mit ihrer Durchführung und Evaluation sowie die Erfahrung einer neu möglichen Qualität von Selbstwirksamkeit bei der Gestaltung der eigenen Musik-Zukunft und der von Musik. Und das auf einem Festival in ganz unterschiedlichen Kontexten mit Akteur*innen, die das professionell tun, die freilich alle individuell unterschiedlich wertvoll sind.

Kontinuierliche Entwicklung des HYPE&FRIENDS Agency Musikfestivals

Nach dem Festival ist vor dem Festival und – wie bei jedem anderen Festival auch. Nach der Abgabe der studentischen Forschungsberichte aus dem Projektseminar ging es am IJK im Winter 2022/23 wie im Jahr zuvor im Masterseminar Aktuelle Entwicklungen in Medien- und Musikwirtschaft erneut mit Entwicklungen und Planungen los.  Zuerst wurde im Seminar in die Grundidee dieses neuen Agency-Festivals auf der Basis der vorliegenden studentischen Forschungsarbeiten eingeführt. Das HYPE&FRIENDS 2023 soll nun auch ihnen Agency für ihre Professionalisierung eröffnen!

Erneut wurde eine Exkursion auf die MOST WANTED: MUSIC in Berlin durchgeführt, bevor mit der Arbeit an ausgewählten HYPE&FRIENDS Festival-Formaten begonnen wurde. Erstmalig erfolgte diese Arbeit in Kollaboration mit älteren Studierenden, die im Vorjahr in ihrer Situation waren und später das Festival mitveranstaltet haben. Ihr Teilen ihrer Erfahrung verbunden mit ihren Interpretationen der Empfehlungen aus ihren Forschungsarbeiten soll das Festival noch mehr zu ihrem Festival machen, dass für sie, also für Young Professionals, und für Educators ausgerichtet wird.

Die Evaluation des HYPE&FRENDS 2022 erbrachte die klare Empfehlung, dass das Festival für Young Professionals vor allem durch eine Verbesserung der Qualität der Kollaboration mit den Friends, den externen Kollaborationspartner*innen wertvoller werden dürfte.

Entwickelt werden sollte deshalb die Qualität der Kollaboration mit engagierten Friends bzw. Kollaborationspartner*innen des HYPE&FRIENDS. Sie wird als beste Voraussetzung dafür gesehen, dass Young Professionals neue persönliche Beziehungen im künftigen Berufsfeld knüpfen und das eigene Netzwerk so um für sie und ihre Karrieren wertvolle Akteur*innen erweitern können.

Neben der Weiterentwicklung der Qualität der Kollaboration unter möglichst früher Einbeziehung der Studierenden sollten die besonderen Stärken des HYPE&FRIENDS, die von Studierenden als für sie besonders wertvoll eingeschätzt wurden, entwickelt werden. Es soll gezeigt werden, dass es Award würdige Beispiele für die Förderung von Young Professionals gibt (1), das die entwickelten Agency Art LabFormate für Young Professionals wertvolle Agency-Erfahrungen auf Augenhöhe erlauben (2), wie Young Professionals in Music zur intelligenten, inkludierenden und nachhaltigen Entwicklung von Musikstädten beitragen, die sie besser als andere als Modelle für Zukunftsstädte herausstellen können (3). Weiter soll gezeigt werden, dass die HYPE&FRIENDS Show Cases in einer neuen Qualität ‚Show Case Ready‘ machen (4), dass das HYPE&FRIENDS weiterhin ein Agency-Festival für Educators ist (5), dass die Kollaborationenmit seinen ‚FRIENDS‘ für sie und Young Professionals noch wertvoller gemacht werden können (6) und – last but not least – das HYPE&FRIENDS als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation weiter überraschen kann: Im Detail sowie mit Blick auf unsere Ansprüche an Diversität, Nachhaltigkeit, Gender Equality, Greening und Beiträge zur Zukunft von Stadt und Land, Europa und der Welt, Leben und Arbeiten, Musikwirtschaft und Musikkultur … Lassen SIE sich überraschen!

4. (Noch) Mehr Agency für Young Professionals in Music in 2023 durch eine noch bessere HYPE&FRIENDS Kollaborationsqualität

Die Planungen für das HYPE&FRIENDS 2023, das vom 23.-25. Mai stattfindet, sind wie in jedem Jahr bis zu einem gewissen Grad vorläufig, bis das Forschungsseminar am IJK im Sommersemester Planung und Verantwortung übernehmen. Folgende Absprachen sind mit Kollaborationspartner*innen bereits getroffen, um HYPE&FRIENDS auch dort veranstalten zu können, wo es die Studierenden veranstalten wollen. Die Reflexion des HYPE&FRIENDS mit dem Projektteam aus dem Jahr 2022 und die Hausarbeiten haben übereinstimmend für die Beibehaltung der neu entwickelten Formate und drei Tagen als Festivalzeitraum votiert. Gewünscht würde außerdem eine Rückkehr zum Musikzentrum als Show Case Location neben der Rampe und zu einer Verlegung der Gala ans Ende des Festivals als feierlichem Ausklang mit Fazit und Ausblick. Außerdem sollte ausreichend Zeit für Networking eingeplant werden und ausreichend Zeit in den AALs damit in ihnen gemeinsam mit unseren Gästen herumexperimentiert und auch etwas erarbeitet werden kann.

5. HYPE&FRIENDS 24 für intelligente, inkludierende und nachhaltige Entwicklungen von Musikökosystemen für Young Professionals

Das HYPE&FRIENDS wird in 2024 vor allem als Forschungsinnovation weiterentwickelt. Dazu richtet HYPE&FRIENDS die 15. International Music Business Research Days der International Music Business Research Assoziation, die 22 in Wien, 23 in Norwegen in Kristiansand und 25 in den USA in Nashville ausgerichtet werden, gemeinsam mit der GMM e.V. zum ersten Mal in Deutschland aus.

Thema des Kongresses, der überlappend mit dem HYPE&FRIENDS startet, werden die Chancen und Herausforderungen von Musik-Ökosystem-Forschung und außerdem die Entwicklung von Musik-Ökostrategien sein.

HYPE&FRIENDS wird am 04. – 07. Juni 2024 stattfinden, während die 15. International Music Business Research Days überlappend mit dem Young Scholars Research Day am Vortrag – wohl am Mittwoch des HYPE & FRIENDS starten. Die International Music Business Research Days beginnen offiziell am Donnerstagmittag und sollen am Samstagmittag enden.

Bis zum 15. Mai können noch wissenschaftliche Papers für die Young Scholars Research Days & die International Music Buisness Research Days angenommen! Weitere Informationen zu den International Music Buisness Research Days gibt es hier!